Kreativ mit allen Sinnen
Über Lärm, Sinne und warum Kreativität dort beginnt, wo nichts optimiert werden muss
Im Atelier ist es leise
Ich sitze hier in meinem Atelier. Und während draußen alles lauter wird, ist es hier erstaunlich ruhig. Diese Ruhe ist nichts Besonderes. Sie ist nicht inszeniert.
Sie passiert einfach, wenn man aufhört, sich permanent beschallen zu lassen.
Und genau dann fange ich an nachzudenken. Über den Lärm. Über das, was uns jeden Tag begegnet.
Über all die Dinge, die auf uns einprasseln, uns formen, uns beeinflussen, oft ohne dass wir es merken.
Hier im Atelier merke ich erst, wie voll es da draußen ist. Nicht nur voll mit Informationen.
Sondern voll mit Erwartungen. Mit Bildern davon, wie etwas zu sein hat.
Wie ein gutes Leben aussieht. Wie Kreativität funktioniert. Wie man »richtig« lebt.
Wenn es still wird, tauchen andere Fragen auf
Ich höre hier im Atelier kein Radio. Keine Musik. Keine Stimmen im Hintergrund. Kein Handy.
Nicht aus Prinzip, sondern weil ich gemerkt habe:
Sobald ständig etwas klingt, höre ich mich selbst schlechter oder zumindest nicht mehr »richtig«.
Stattdessen höre ich andere Dinge. Das Kratzen des Pinsels. Das leise Verschieben von Papier. Die Leinwand, die leicht vibriert wenn die Farbe aufgetragen wird, oder auch das kratzen und schaben um wieder die alter farbe vom Untergrund sichtbar zu machen.
Manchmal höre ich auch einfach nichts. Nur Stille.
Und in diesem Nichts passiert mehr, als ich lange gedacht habe. Ich fühle etwas.
Nicht nur den Pinsel in der Hand, sondern auch das, was ich gerade tue. Was ich überlege. Was ich denke. Die Atmosphäre dieses Raums.
Ich rieche die Farben.
Ich schmecke den Kaffee, den ich trinke.
Und ich sehe, was bereits entstanden ist und was noch offen bleibt. All das sind keine romantischen Details.
Das sind Informationen, also Informationen für mich, aus meinem Herzen, meinem Kopf, meiner hand und vor allem aus meinem Bauch. Dieses unbeschreibliche Gefühl der Intuition.
Das bekommst du mit dem Mini-E-Book/Freebie:
Eine Einladung statt einer Anleitung
Kein Programm, keine Checkliste – sondern ein ruhiger Einstieg ohne Druck.
Entlastung vom „Ich muss es richtig machen“
Du kommst aus der Übersteuerung in einen Moment echten Ankommens.
Wahrnehmung als Orientierung
Du lernst Wahrnehmung als Grundlage zu nutzen – bevor du bewertest oder dich antreibst.
Kleine Öffnungen für den Alltag
Kurze Impulse, die du sofort mitnehmen kannst, ohne dein Leben umzukrempeln.
Erlaubnis, genau hier zu starten
Du musst nicht weiter sein, um anfangen zu dürfen – und nichts verändern, damit sich etwas verschiebt.
Unsere Sinne, meine Sinne sind kein (überflüssiges) Beiwerk
Wir behandeln unsere Sinne oft wie Dekoration. Nice to have. Nett, wenn Zeit ist. Dabei sind sie unser eigentliches Orientierungssystem.
Wenn wir nur noch reagieren, vergleichen, konsumieren, dann verlieren wir nicht zuerst Kreativität. Ich bin fest davon überzeugt – Wir verlieren unsere eigene persönliche Wahrnehmung.
Was passiert dann meist: Ohne Wahrnehmung greifen wir nach fremden Bildern. Nach dem, was sichtbar ist. Nach dem, was andere bereits begehren.
Und das nennt man dann Ziel. Oder Optimierung. Oder Weiterentwicklung.
Aber oft ist es nur Anpassung.
Kreativität ist viel größer als Malen und Zeichnen
Wenn ich von Kreativität spreche, meine ich nicht Technik. Nicht Talent. Nicht Kunst im engeren Sinne. Kreativität, wie ich sie verstehe, hat nichts mit Nachahmung zu tun.
Kreativität bedeutet nicht: »Ich mache es wie die anderen, nur ein bisschen besser.«
Kreativität bedeutet: »Ich finde heraus, wie ich es machen würde.«
Ich meine damit auch: Wie wir unser Leben gestalten. Wie wir mit unserer Umwelt umgehen. Wie wir unsere Räume, unseren Alltag, unser Zuhause formen.
Gestalten heißt nicht, alles zu kontrollieren. Gestalten heißt, in Beziehung zu treten. Mit dem, was da ist. Mit dem, was wir wahrnehmen. Mit dem, was wir spüren, bevor wir es bewerten.
Deshalb ist »Kreativ mit allen Sinnen« kein How-To. Es ist kein Workshop. Keine Anleitung.
Es ist ein Rückweg.
Zu deiner eigenen Wahrnehmung. Zu deiner eigenen Art. Zu dem, was du spürst – nicht zu dem, was du glaubst spüren zu müssen.
Der eigentliche Gegenpol zum Lärm
Der wahre Gegenpol zum Lärm ist nicht Stille um jeden Preis.
Es ist Präsenz. Deine eigne »Standhaftigkeit«, das wo du gerade bist und was du fühlst. Die Fähigkeit, wieder zu merken: Was sehe ich wirklich? Was höre ich tatsächlich? Was fühlt sich stimmig an, nicht perfekt, sondern tragfähig?
Hier im Atelier wird mir das immer wieder klar. Nicht, weil hier alles besser ist.
Sondern weil hier weniger dazwischenfunkt.
Deshalb beginnt »Kreativ mit allen Sinnen« immer beim Körper. Bei den Sinnen. Bei der Wahrnehmung.
Nicht, weil das esoterisch ist. Sondern weil es der einzige Weg ist, wieder Kontakt zu dem herzustellen, was wirklich dein ist.
Eine Einladung
Vielleicht geht es gerade gar nicht darum, etwas Neues zu lernen. Vielleicht geht es darum, wieder etwas zuzulassen, das längst da ist.
Einen Moment ohne Input. Einen Raum ohne Vergleich.
Eine kleine Erfahrung, die nicht geteilt, nicht bewertet, nicht optimiert werden muss.
Die Frage ist nicht: Was sollte ich gestalten?Sondern: Wo ist es in meinem Alltag still genug, um mich selbst wieder wahrzunehmen?
Wenn du möchtest, ist das hier der Einstieg.
In die Sinne. In Wahrnehmung. In eine andere Form von Kreativität.
Nicht lauter. Sondern klarer.
Was das nun für »Kreativ mit allen Sinnen bedeutet
»Kreativ mit allen Sinnen« ist mein Versuch, einen Raum zu schaffen, in dem du genau das üben kannst:
Wahrnehmen. Aber ohne zu bewerten. Spüren. Ohne zu vergleichen. Da sein. Ohne zu performen.
Es ist kein Programm, das dich kreativer macht. Es ist ein Programm, das dich zu dem zurückbringt, was schon da ist.
Zu deiner eigenen Wahrnehmung. Zu deiner eigenen Art. Zu dem, was nur du machen kannst – weil nur du es so wahrnimmst, wie du es wahrnimmst.
Das ist nicht esoterisch. Das ist nicht romantisch.
Das ist einfach nur ehrlich. Und vielleicht ist genau das der Anfang von echter Kreativität.
Nicht nachzumachen, was andere machen, sondern herauszufinden, was du machen würdest. Wenn niemand zuschaut.
Mein kleines Schlußplädoyer zur Kreativität und was du damit machen kannst
Vielleicht ist das der Punkt, an dem ich dir nichts „beweise“, sondern dir einfach eine Richtung anbiete: Du musst nicht kreativer werden, indem du mehr machst.
Du wirst oft schon dadurch freier, dass du wieder merkst, was du ohnehin ständig übergehst. Nicht als große Lebensänderung. Eher wie ein inneres Nachjustieren. So wie man im Gehen kurz die Schultern senkt und plötzlich merkt: Ach so, so fühlt sich „leichter“ an.
Und wenn du dabei skeptisch bist: gut. Skepsis ist kein Hindernis, sondern ein Schutzmechanismus. Du musst mir nichts glauben. Du kannst es testen. Nicht mit einem Vorsatz, nicht mit einem Programm, sondern mit einer winzigen Erfahrung, die niemand außer dir sehen muss. Wenn sie gar nichts macht, ist das auch eine Information. Wenn sie ein bisschen Raum schafft, reicht das für heute.
Impuls für den Tag (2 Minuten, ohne Technik, ohne Druck):
Wenn du heute irgendwo stehst oder sitzt (Küche, Büro, Flur):
Schau dich um und such dir eine Fläche, die nicht „interessant“ ist. Eine Wand. Die Tischplatte. Ein Blatt Papier.
Bleib mit dem Blick dort 20 Sekunden. Nicht starren. Nur bleiben.
Dann nenn dir leise drei Dinge, die gerade wirklich da sind:
„Licht.“ „Kante.“ „Geräusch.“ „Wärme.“ „Geruch.“ – irgendwas Echtes.
Und dann frag dich nur: Bin ich gerade mehr hier als vor einer Minute?
Das ist kein Trick. Das ist Kontakt. Und manchmal ist genau das der Anfang.
In dem Moment, wo du aufhörst, so sein zu wollen wie andere. Und anfängst, so zu sein, wie du bist.
Das heißt nicht, dass du dich isolieren musst. Oder dass du gegen alles rebellieren musst.
Es heißt nur: Du hörst auf, dich permanent an anderen zu orientieren. Und fängst an, dich an dir selbst zu orientieren.
Gedanken zum Schluss
Und an dieser Stelle ist mir etwas wichtig. Ich erzähle das nicht, um daraus eine Methode zu machen. Oder eine Anleitung.
Ich kann das, was ich hier mache, nicht einfach weitergeben. Nicht, weil es geheim wäre.
Sondern weil es an meinen Erfahrungen hängt. An meinen Räumen.
An meiner Art, wahrzunehmen.
Was ich teilen kann, ist keine Technik. Sondern eine Haltung.
Aber wenn du dich beim Lesen erkannt hast, wenn du gemerkt hast: »Ja, ich mache Dinge, weil ich glaube, dass ich sie machen sollte. Nicht weil ich sie wirklich will.«
Dann lade ich dich ein: Hör für einen Moment auf, dich an anderen zu orientieren.
Und fang an, dich an dir selbst zu orientieren.
An deinem Körper. An deinen Sinnen. An dem, was sich für dich richtig anfühlt.
Das ist der Anfang.
Nicht von Kreativität als Leistung, sondern von Kreativität als Leben.
Ralf K. Röttjer
Professor für Design
Creator von »Kreativ mit allen Sinnen«
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PS.: Wenn dir das noch nicht »reicht«, schau mal in meinem Blogbeitrag zum Thema »VERÄNDERUNG« nach.
Scheitern ist peinlich.“ → Nope.
Peinlich ist, gar nix zu riskieren.
Fragen (FAQ), die andere schon gestellt haben
Warum dieses E-Book nicht das ist, was du erwartest:
Dieses Buch wird dir nicht sagen, dass »alles für etwas gut ist«.
Es wird dir zeigen, wie du mit Scheitern lebst – und dabei gewinnst, ohne zu tun, als wäre es kein Scheitern.
Drinnen findest du:
• Geschichten, die nicht geschönt sind.
• Reflexionsfragen, die dir nicht nach dem Mund reden.
• Übungen, die du auch dann machen kannst, wenn du gerade am Boden bist.
•Strategien, wie du aus Fehltritten etwas baust, das dir gehört.
Nicht noch mehr To-do-Listen, nicht noch ein »7-Schritte-zum-Erfolg«-PDF.
Sondern Zeug, das knallt, kratzt, wachrüttelt:
✅ Crash-Log-Template
Dein persönliches Museum der Bruchlandungen (Eintritt frei, Humor inklusive).
✅ Pre-Scheitern-Plan
Kein Pessimismus, sondern dein Airbag fürs Hirn.
✅ Alltags-Hacks
Mini-Störungen, die dein Gehirn lieben wird (Spoiler: dein Kaffee schmeckt danach sogar anders).
✅ Unperfekt-sichtbar-Guide
Raus aus der Schublade, rein ins echte Leben. Ohne Filter, ohne „noch-nicht-ganz-fertig“-Ausreden.
✅ Anti-FOMO-Fragen
Dein Denk-Schraubenzieher, um festgefahrene Routinen aufzuhebeln.
✅ Kurz: Kein Hochglanz-Kram. Sondern ein Werkzeugkasten für echte Menschen mit echten Stolpersteinen.